Bist Du ver-virt?

Mit der Heilkraft der Pflanzen

Immunstark und ohne Erkältung durch den Winter

Es ist trüb und grau draußen und die ersten Viren und Bakterien sind in fast allen öffentlichen Einrichtung bunt vertreten und lieben unsere Nähe.

Wir bekommen zu wenig Sauerstoff und Vitalstoffe über die Nahrung, häufig fehlt es uns an Bewegung und die Heizungsluft trocknet noch zusätzlich unsere Schleimhäute aus.

Dazu kommt auch noch der krankmachende Faktor Stress in der „besinnlichen“ Vorweihnachtszeit. Da ist der kleine oder auch größerer Infekt nicht weit.

Ayurveda stammt zwar ursprünglich aus dem tropischen Südindien und hält dennoch als eine universell ganzheitliche Betrachtung des individuellen Menschen eine Menge Möglichkeiten der Prophylaxe und Gesunderhaltung auch für unsere Breitengrade bereit.

Dabei ist die Heilkraft der Nahrung und der klassischen Gewürze schnell griffbereit und sehr wirksam.

Hier habe ich Dir ein paar nützliche Pflanzen und deren Wirkungen aus Deiner Küchen-Apotheke zur Immunstärkung zusammengetragen.

Schnelle Hilfe aus Deiner Küchen-Apotheke bei nahender Erkältung

Bei den ersten Anzeichen einer Halsentzündung stelle eine Gurgellösung her aus:

100 ml warmen Wasser
½ TL Kurkumapulver
1 TL Honig
Und gurgele mehrfach täglich damit.

Energie Boost: Ingwer-Kurkuma Shot

Du fühlst Dich schlapp. Müde, unkonzentriert? Oder Deine Verdauung ist gerade ziemlich träge? Oder Du spürst eine Erkältung aufsteigen? Dann kannst Du mit diesen Shots eine rasche Abhilfe schaffen.

​ingwer-kurkuma-orangen-shot

Rezept für 2 Portionen

  • 3-5 cm Ingwer, in Scheiben
  • 2 cm frische Kurkumawurzel, in Scheiben
  • frisch gepresste Orange
  • 1 frisch gepresste Limone
  • 1 EL Kokosblütenzucker

Je 1 Prise gemahlener Zimt, Kardamom, Pfeffer und Muskat (die Gewürze helfen Dir dabei den Shot noch besser aufzuspalten, falls Du sie nicht zur Hand hast können sie auch entfallen)

​Alle Zutaten in einen Mixer geben und solange püriert, bis die Masse nicht mehr stückig ist. Die Flüssigkeitsmenge reicht für eine ganze Woche.

Senfsamen

​scharf und erhitzend

Die ayurvedische Küche wäre nicht dieselbe ohne die Samen der Brassica juncea. Schwarze Senfkörner sind rund, klein (kleiner als die gelbe Sorte) und nicht tiefschwarz, sondern eher dunkel-rotbraun. Sie sind scharf (mit einem nussartigen Beigeschmack) und nahrhaft und verleihen dem Gericht außerdem Struktur und ein gefälliges Aussehen. Das Rösten der Senfkörner ist ein echter Hingucker: Gib die kleinen Körner in heißes Ghee oder Pflanzenöl, und ein paar Sekunden später werden sie anfangen zu knistern und zu knacken ... und aus der Pfanne zu springen, wenn Du sie nicht schnell genug zudeckst. Senfsamen werde insbesondere in der kalten Jahreszeit den Speisen hinzugefügt und sind ein wunderbares erwärmendes Kapha und Vata Therapeutikum.

Senfsamen werden traditionell in der ayurvedischen Medizin angewendet für:

  • durchblutungsfördernd und schweißtreibend
  • schmerzstillend und entzündungshemmend
  • vertreibt Würmer und Darmparasiten
  • bei Blähungen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Äußerlich wirken frisch zerstoßene Senfsamen als Paste mit Wasser versetzt desinfizierend, erwärmend und fördern die Hautdurchblutung

senf fussbad

​Nimm Dir Zeit für ein ansteigendes Fußbad am Abend.
• Füge dem heißen Wasser 2 – 4 TL Senf aus dem Glas hinzu.
• Bade Deine Füße darin für 10 Minuten, trockne sie gut ab und creme sie im Anschluss mit Ghee ein.
• Ziehe warme Socken an und Du wirst für Stunden wohlig warme Füße und einen erholsamen Schlaf haben.
Der Senf regt Deine Durchblutung an und das Ghee wirkt regenerierend auf Deine Haut.

​Kleine Hausapotheke

ayurvedische Helferlein bei Erkältungen

Trikatu- die drei Scharfen ist ein ayurvedisches Kräutertherapeutikum, welches seinem durchaus Namen gerecht wird und mit seinen erhitzenden Eigenschaften sehr gut für Vata und Kapha Beschwerden geeignet ist. Bei dickem festsitzendem Schnupfen kannst Du Dir folgende Rezeptur zubereiten: vermenge 1 TL Trikatu Pulver mit 1 TL Honig und iss die Paste jeweils 10 Minuten vor den Mahlzeiten. Vorsicht: bei viel Pitta oder Magenschleimhautreizungen ist dieses Rezept zu reizend.

Sitppaladi Das Churna (Pulver) ist eine Mischung aus Pippali, Rohrohrzucker, Bambus, Kardamom und Zimt. Nach einer Erkältung hilft Sitopaladi den restlichen Schleim zu lösen, ohne dabei die oberen Atemwege zu sehr auszutrocknen. Nimm dreimal täglich je 1 gestrichenen Teelöffel des Pulvers in warmem Wasser oder Ingwertee gelöst so warm wie möglich ein.

​​Vasaka ist im Ayurveda DIE wichtigste Pflanze bei Atemwegerkrankungen. Sie wirkt schleimlösend, erleichtert das Abhusten fetssitzender Sekrete und ist ein sehr hilfreiches Akutmittel bei Bronchitis und Sinustitis. Nimm ½ Teelöffel des Pulvers in eine Tasse heißen Ingwertee und trinke es so warm wie möglich, in Akutphasen dreimal täglich. Alltagstauglicher ist die Einnahme der Kapseln, nimm 3 mal täglich 2 Kapseln mit warmen Ingwertee ein.

Ingwer und Honig Die Beste und schnellste Methode um dem ersten Kratzen im Hals und der allgemeinen Abgeschlagenheit entgegen zu wirken ist diese einfache Rezept:
Schneide ein paar dünne Scheibchen Bio Ingwer mit Schale und tauche ihn in einen dunkeln Honig, iss dann nach und nach die Scheibchen. Du wirst die stimulierende und erhitzende Wirkung sofort spüren. Ingwer entfaltet zusammen mit Honig seine antibakterielle und antivirale Wirkung optimal.

Wem diese Mischung zu viel Schärfe hat, wandelt mit Kurkuma ab
Kurkuma wirkt ebenfalls entzündungshemmend und antibakteriell und ist dem Ingwer verwandt. In Indien gilt die Kombination von Kurkuma und Honig als natürlicher Hustenstiller.

Trinkkur mit heißem Wasser und Ingwertee. Heißes Wasser schürt Dein Agni, das Verdauungsfeuer, verdünnt zähes Krankheitssekret und lässt es besser abfließen, regt die Schweiß Produktion an und stimuliert damit die Ausscheidung der Giftstoffe über die Haut und nicht zuletzt hilft es ausgetrocknete Schleimhäute wieder zu befeuchten. Trinke gleich morgens Dein obligatorisches heißes Wasser und im Laufe des Tages ca. 2 l in kleinen Schlückchen.

​​​Bei schleimigem Husten hilft täglich am Abend eine Massage mit warmem Sesamöl und Salz. Nimm hierfür ca. 20 ml warmes Sesamöl und füge ½ Steinsalz hinzu, reibe Dich im gesamten Brustraum mit dem warmen Öl ein. Decke Dich zu und lege Dir eine Wärmflasche auf die Brust.

Meide Zugluft und Kältereize im Winter in der Vata Zeit. Die Devise lautet: lieber schwitzen als frieren. Insbesondere der obere Rücken und der Nacken sollten jetzt warmgehalten werden.

Fieber zulassen! Hast Du leichtes Fieber oder erhöhte Temperatur, dann versuche Deinen Organismus dabei zu unterstützen. Er erzeugt dies hyperthermische Reaktion, um alle Viren und Bakterien abzutöten. Gönne Dir nun viel Ruhe, faste und schlafe. Trinke sehr viel warmes Wasser. Falls Du keine Schmerzen verspürst, versuche auf Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente zu verzichten. Dein Körper wird immunologisch dazulernen und rascher und nachhaltiger diesen Infekt überwinden.

Milchprodukte weglassen
Milch, Jogurt und Quark gelten sowohl im Ayurveda als auch in der TCM als verschleimend und kalt. Also alles das, was du bei einer Erkältung überhaupt nicht gebrauchen kannst. Meide Milchprodukte einfach bei einer Erkältung oder auch vorbeugend, wenn du öfter krank wirst.

Süssholz raspeln Ist Deine Stimme mal weg und Du brauchst sie aber unbedingt, dann koche 1 TL getrocknete Süßholz Wurzel in 11/2 L Wasser für 5 Minuten und trinke und gurgele damit über den Tag verteilt

Energieniveaus der Doshas im ​Winter

Jedes Dosha ist individuell vo​m kalten Klima betroffen

Vata

Für Vata-Typen ​kann der Winter sehr unausgewogen sein, da er ihre trockene, leichte, kalte und bewegliche Natur verstärkt. Sie müssen mit größter Sorgfalt vorgehen, um Krankheiten vorzubeugen. Viele Ruhepausen, warme Bekleidung, erwärmende Tees und Suppen und die Vermeidung von zu viel Stress und Stimulanzien sind nun besonders wichtig.

Pitta

Das kühlere Wetter ist eine Erleichterung für Pitta-Naturen. ​Ihre warme, ölige Natur wird durch die kühle, trockene Luft ausgeglichen, die Überreizung des hitzigen Sommers wird abgemildert. Auch das Mondlicht hat eine beruhigende Wirkung auf das warmblütige Pitta und die längeren Nächte wirken sich regenerierend und besänftigend auf das dynamische Pitta aus. 

Kapha

Kapha-Typen fühlen sich lebendig und erfrischt, wenn der ​Winter Trockenheit, Wärme und belebende Wind für sie bereithält. Die überschüssige Feuchtigkeit, Schwere und Stase des heißen, feuchten Sommers werden einfach weggepustet. Nun ist es für die Kapha Naturen sehr gut ausgiebige, lange Spaziergänge an der frischen Luft zu unternehmen. Sie sollten trotz der länger werdenden Nächte nicht zu viel schlafen: 6-7 Stunden sind für Kapha Menschen völlig ausreichend.

AYURVEDA DOC
​Teil ​2: Der Große Guide

Meine ​Weiterführung im Ayurveda ist ab sofort als Bookazine im Zeitschriftenhandel oder online erhältlich.

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